Du - das erste Jahr

 

 

Freitag, 2. Oktober 2009 – Danke!

 

7.30 Uhr: Zweieinhalb Stunden hast du auf meinem Bauch geschlafen.

 

Dein kleines

 

Köpfchen

 

auf meiner

 

Brust

 

Hast mal

 

langsam

 

mal

 

schnell

 

geatmet

 

Bist aufgeschreckt

 

aus dem

 

Schlaf

 

und ich

 

habe dich

 

zurückgesungen

 

Dein winzig

 

kleiner Körper

 

liegt auf

 

mir, das

 

weiße

 

Mützchen auf

 

deinem Kopf

 

Wenn du

 

deine kleinen

 

Äuglein öffnest,

 

schaue ich

 

hinein,

 

schaue in ein fernes

 

Universum.

 

Meine Hand,

 

die rechte,

 

liegt auf deinem Rücken,

 

dann halte ich

 

sie über

 

dein Köpfchen

 

und gebe

 

dir

 

alle

 

Liebe,

 

alle

 

Liebe, die

 

in mir

 

ist,

 

mein kleines

 

Baby,

 

liebste

 

Anna

 

Von fünf Uhr

 

morgens

 

bis sieben Uhr

 

dreißig

 

hast

 

du

 

mir

 

alles gegeben

 

was ich

 

brauche

 

Das ist:

 

Dir alle

 

Liebe zu geben!

 

Dir und Mama

 

alle Liebe

 

zu geben,

 

die in mir ist

 

 

 

Ich trage

 

das Hemd,

 

das ich

 

seit Mittwoch

 

schon

 

trage,

 

denn

 

dein Geruch

 

ist darin,

 

dein

 

Säuglingsgeruch

 

Ich

 

kann

 

das Hemd

 

nicht

 

wechseln

 

 

 

Aufgewacht

 

bist du,

 

hast

 

dein Gesicht

 

in Falten gezogen,

 

ein Gesicht,

 

das zuvor

 

so ruhig

 

war, so

 

glatt

 

und

 

friedlich.

 

Nun

 

wird es

 

zu

 

einer

 

Kraterlandschaft,

 

voller Berge

 

und Täler.

 

Dann öffnest

 

du

 

den Mund

 

und

 

beginnst

 

zu schreien:

 

Hunger!

 

Ich lege

 

dich

 

an Mamas

 

Seite,

 

dein Gesichtchen

 

neben

 

ihrer Brust

 

Du

 

nimmst

 

die Warze

 

in deinen

 

Mund

 

und saugst

 

und saugst

 

 

 

Seit

 

zwei Tagen

 

und zehneinhalb

 

Stunden

 

bist

 

du

 

jetzt

 

in dieser

 

Welt:

 

Ich

 

liebe

 

dich!

 

 

 

9.40 Uhr: Heute haben wir beim Windeln die eine und andere raue Stelle bei dir entdeckt, am Arm und Bein. Mama macht sich Sorgen, dass du Neurodermitis bekommst. Das hatte sie als kleines Baby. Die Makellosigkeit deines Körpers, mit der du aus Mamas Bauch geschlüpft bist, verändert sich in der Auseinandersetzung mit deiner Umwelt. Mit Wärme und Kälte, mit deiner Kleidung. Du bist nicht mehr nackt, so wie du es in Mamas Bauch gewesen bist.

 

 

 

10.40 Uhr:

 

Ich habe

 

dich

 

in den

 

Schlaf

 

gesungen,

 

mein Liebling,

 

nachdem ich

 

dich

 

durch

 

die Wohnung

 

getragen

 

habe

 

dein

 

Köpfchen

 

an

 

meiner Brust

 

und

 

gesungen:

 

Anna … Anna …

 

Annana …und

 

Mama … Mama …

 

Mamamaa …

 

Da bist

 

du

 

schließlich

 

eingeschlafen,

 

mein Engel!

 

 

Samstag, 3. Oktober 2009 - Danke!

 

Der vierte Tag

 

Diese

 

Augenblicke,

 

diese

 

Stunden

 

mit dir,

 

als du

 

auf

 

meiner Brust

 

lagst

 

und ich

 

deinen

 

Atem

 

spürte,

 

wie einen

 

Windhauch,

 

so leicht,

 

so zart.

 

 

 

Die Zeit

 

möchte

 

ich anhalten

 

festhalten

 

jeden Moment

 

mit dir

 

bis in alle Ewigkeit

 

genießen.

 

 

 

Mein Herz

 

bist

 

du

 

ist Mama

 

sind

 

alle Wesen

 

dieser Welt.

 

Alle

 

haben

 

heute

 

darin Platz,

 

in

 

meinem Herzen.

 

 

 

 

Sonntag, 4. Oktober 2009 - Danke!

 

Du liegst auf meiner Brust. Es ist dein fünfter Tag. Ich höre dich atmen, dein Mund ist geöffnet. Du riechst nach Baby. Mein Herz schlägt, du wirst es hören, mein liebes Kind, liegt doch ein Ohr auf meiner Brust. Eben habe ich dich gewindelt. Du lagst auf der Wickelkommode, deine Hände, Arme, Beine bewegten sich. Ich wischte dir den Popo sauber, doch als ich gerade fertig war, musstest du nochmal. Jetzt verziehst du das Gesicht, schreckst auf, wirfst die Arme nach links, nach rechts. Deine Augen öffnen sich ein wenig. Ich schaue dich an.

 

Du gähnst. Wenn du gleich ausgeschlafen hast, wirst du anfangen zu schreien: Hunger! Dann bringe ich dich zu Mama, die legt dich an ihre Brust, und du trinkst ihre Milch. Du bist so süß! Ich kann nicht aufhören, dich anzuschauen, mein liebes Kind. Du Wunder, das du bist!

 

In der vergangenen Nacht hat sich Mama um dich gekümmert. Es war mir recht. Dreimal bist du aufgewacht, wolltest gefüttert und gewindelt werden. Oft liegst du auch im Halbdunkel und schaust und schaust … Ich bin um halb sieben Uhr aufgestanden, habe eine Stunde Yoga gemacht und meditiert. Das war gut, aber vollkommen „anders“ als vor der Geburt.

 

Um halb elf kam die Hebamme. Sie hat dich gebadet. Aber als ich kurz raus war, um den Fotoapparat zu holen, hast du die Gelegenheit genutzt und ins Wasser gemacht. So entspannend war das. Oder aufregend.

 

Die Hebamme hat dich in die Ferse gepiekt, um dein Blut zu untersuchen. Dabei musste sie den Fußballen zusammendrücken. Du hast geschrien. Ich habe dein Köpfchen gestreichelt und deine Hand. Als alles vorbei war, hast du mich angeschaut, als ob ich dich mit der Nadel gestochen hätte.

 

Um 13 Uhr bin ich laufen gegangen, was nicht so clever war, denn es regnete und stürmte, sodass ich schon nach kurzer Zeit pitschnass war. Nach dem Duschen kümmerte ich mich um die Wäsche, das Essen, um dich, mein Schatz, immer um dich!

 

 

Dein

 

Ohr auf

 

meiner Brust:

 

Du hörst

 

mein Herz

 

schlagen.

 

Es

 

ist

 

Liebe!

 

Mit jedem

 

Herzschlag:

 

Liebe!

 

 

Montag, 5. Oktober 2009 - Danke!

 

23.00 Uhr: Wir schlafen.

 

1.30 Uhr: Du bekommst eine neue Windel.

 

5.00 Uhr: Du schreist.

 

5.05 Uhr: Ich stehe auf, windele dich, bleibe auf, rasiere mich, dusche, mache Yoga, meditiere, warte auf dein nächstes Schreien.

 

9.00 Uhr: Du lachst, mein Baby! Du gluckst vor Zufriedenheit. Du liegst in unserem Bett, das Köpfchen auf der Seite, schläfst, wachst auf, lachst. Mama sagt: Du bist das schönste Baby auf der ganzen Welt! Stimmt! Dein sechster Lebenstag ist jetzt schon zwölf Stunden alt. Wenn ich einen Finger vor deinen Augen bewege, verfolgst du ihn.

 

14.05 Uhr: Heute sind wir zum ersten Mal mit dir „unterwegs“ gewesen. Zur U 2-Untersuchung in der Satteldüne bei Dr. M. Wir sind mit dem Auto gefahren. Du lagst dick eingemummelt in der Babyschale. Zum ersten Mal seit deiner Geburt warst du draußen an der frischen Luft.

 

23.00 Uhr: Du hast sehr lange Finger, mein Schatz. Pianistenhände. Ja, das sage ich, obwohl es sich etwas komisch anhört, denn du bist jetzt 53 Zentimeter groß und wiegst 3600 Gramm. Ab morgen sollst du Vitamin D und Fluorid nehmen. Ich bin nach Wittdün zu Foto-Quedens gefahren und habe Abzüge der Fotos gemacht, die wir zu deinen Verwandten schicken wollen. Du liegst jetzt in deinem Bettchen und schläfst, in einem Nestchen, das wir aus einem Kopfkissen gebaut haben. Darin liegst du in einem Schlafsack, darüber liegt eine dünne Decke. Vermutlich wirst du gegen eins wach werden und schreien. So wird das noch einige Wochen, Monate gehen. Ich liebe dich! Mama geht es heute auch wieder besser. Sie hat Parcetamol genommen gegen die Schmerzen. Ihr Bauch wird flacher, der Bauch, der vor einigen Wochen noch kugelrund war. Morgen hast du Geburtstag: Du wirst eine Woche jung!

 

 

Dienstag, 6. Oktober 2009 - Danke!

 

9.10 Uhr:

 

So

 

kostbar

 

die Minuten

 

neben dir

 

zu liegen,

 

in dein

 

kleines

 

Gesichtchen

 

zu sehen,

 

deinem Atem

 

zu lauschen

 

die

 

Bewegung

 

deiner

 

Finger

 

zu verfolgen.

 

So kostbar

 

diese Augenblicke!

 

Kostbarer

 

als alles

 

Gold

 

dieser

 

Welt!

 

So kostbar

 

dein Herz,

 

mein Herz

 

schlagen

 

zu hören,

 

deinen

 

mit Milch

 

verschmierten

 

Mund

 

zu sehen.

 

Das

 

Öffnen

 

deiner Augen,

 

dein

 

Schreien,

 

dein

 

Aufwachen.

 

So kostbar,

 

dass ich weine

 

vor Freude

 

und Glück.

 

 

 

Dein

 

Lächeln

 

öffnet

 

alle Tore,

 

sprengt

 

alle Ketten,

 

dein

 

Lächeln

 

trifft

 

mich

 

ins Herz.

 

 

 

10.30 Uhr: Deine Haut beginnt zu schuppen. Das ist ein Zeichen dafür, dass du wächst. Mama hat zum ersten Mal seit der Schwangerschaft wieder ein „normales“ Shirt angezogen, eines, das nicht XXL-Größe hat.

 

Heute haben wir dich zum ersten Mal in deinem Kinderwagen herumgefahren. Mama, ich und du sind den Waasterstigh hoch bis zur Inselstraße, an der Post und dem St. Clemens-Hüs vorbei zurück hierher. Du hast die ganze Zeit geschlafen. Es ist ein schöner sonniger Tag mit angenehmer Luft. Überhaupt: die Nordseeluft. Ganz toll für dich!

 

 

 

Du schläfst,

 

du schreist,

 

du trinkst,

 

machst die

 

Windel voll,

 

du schläfst,

 

du schreist,

 

du trinkst

 

… -

 

bist uns

 

schon sehr

 

vertraut

 

geworden

 

mit deinen

 

Gewohnheiten.

 

 

 

Heute ist dein Geburtstag. Am vergangenen Dienstag um 21.10 Uhr, wurdest du geboren, Anna. Seit sieben Tagen bist du – sichtbar – bei uns. Im Zentrum unseres Lebens stehst du, du kleines Menschenkind. Wenn du in der Nacht schreist, springen wir aus dem Bett, Mama gibt dir die Brust, ich wechsle die Windel. Wir leiden etwas unter Schlafmangel. Dein liebes Gesichtchen verwandelt sich von einen Augenblick zum nächsten von „friedlich“ zu „zornig“. Du schreist und schreist und bist erst zufrieden, wenn Mama dir die Brust gegeben hat. Das ist eine sehr interessante Perspektive. Du siehst nur zwei riesengroße Brüste, der Brustwarzenhof ist so groß wie dein Gesicht.

 

Mama war heute krank. Am Abend hatte sie Fieber, 38,2. Ich habe die Hebamme angerufen. Sie sagte, ich solle Quark auf die Brust schmieren. Das habe ich auch getan. Die Temperatur ist gesunken. Gott sei Dank. Mama hat geweint, weil sie nicht gewusst hat, was los ist.

 

So wie jetzt hast du vor einer Woche auch geschaut: den Kopf auf der Seit, das rechte Auge geöffnet, das linke halb geschlossen.

 

 

Mittwoch, 7. Oktober 2013 - Danke!

 

Heute haben wir dich wieder im Kinderwagen herumgefahren. Es war sonnig, beinah warm. Ich glaube, es hat dir gefallen. Hast du die Vögel zwitschern gehört? Die Worte der Menschen? Die Automobile? Das Rauschen des Wassers der Nordsee?

 

Gestern hast du ein Paket von deiner Berliner Oma bekommen mit ganz viel Anziehsachen. Heute bekamst du Geschenke von A., einer Freundin Mamas. Am Nachmittag haben wir dich wieder gebadet. In Honig und Sahne. Genauer: mit einem Teelöffel Honig und einem Spritzer Sahne. Das ist gut für deine neue Haut, die sich mächtig pellt. Du wächst, meine Liebe. Das Baden hat dir bestimmt gefallen. Zumindest hast du nicht geschrien.

 

Mama geht es wieder besser. Das Fieber von gestern ist verschwunden. Sie hat sich große Sorgen gemacht, aber heute ist es wieder gut. Dank des Quarks, den ich auf ihre Brust gerieben habe. Nun, 15.35 Uhr, liegst du in deinem Bettchen und schläfst. Nach dem Baden bist du müde. Du bist ganz in Weiß angezogen. Du lächelst.

 

 

 

Donnerstag, 8. Oktober 2009 - Danke!

 

17.05 Uhr: Deine Ur-Oma aus dem Erzgebirge hat angerufen: Ich habe mich so gefreut über die Fotos, hat sie gesagt. Und: Dass du – ich war gemeint – so etwas Schönes zu Stande bringst, hätte ich nicht gedacht.

 

18.30 Uhr: Du hast deine Augen weit geöffnet und schaust mich an. Aber deine Lider sind schwer. Deine rechte Hand liegt neben deinem Köpfchen, die linke Hand bewegt sich vor deinem Gesicht. Du rekelst dich, gähnst, verziehst das Gesicht. Jetzt schreist du und – vorbei. Deine Hände sind zu Fäustchen geballt, deine Stirn eine Kraterlandschaft, aha: das ging in die Windel.

 

 

Freitag, 9. Oktober 2009 - Danke!

 

6.00 Uhr: Hallo, mein Schatz! Es ist dein 10. Lebenstag in dieser Welt! Aus ganzem Herzen und mit aller Liebe willkommen!

 

Die Anstrengung

 

aber ist

 

groß

 

für dich

 

zu stillen

 

das

 

schreiende Kind

 

Tag für Tag

 

Nacht für Nacht

 

 

 

Leise,

 

ganz leise

 

bewege ich

 

mich in der

 

Frühe

 

des Morgens

 

auf den

 

Fußballen

 

um

 

euren

 

Schlaf

 

nicht zu stören.

 

Ich

 

sitze auf

 

meinem

 

Kissen

 

und

 

du

 

mein Herz

 

fließt über

 

vor

 

Glück.

 

 

 

Jeder

 

Augenblick

 

mit dir

 

ist ein

 

Geschenk,

 

das mein

 

Herz

 

weit macht,

 

ganz weit.

 

Danke!

 

Um zwei wach und um halb sechs. Gegen 23 Uhr ins Bett. Kurz vor sechs aufgestanden. Du schläfst, nachdem du an Mamas Brust lagst. Mama schläft. Die Belastung ist ihr anzumerken.

 

Du liegst noch in dem Bettchen, das Mama mit der rosa Decke ausgekleidet hat. Überhaupt: Mama. Die macht alles so toll. Sie umsorgt dich, sie spricht mit dir, sie singt dir Lieder vor. So wie du ein Engel für sie bist, ist sie ein Engel für dich. Sie macht sich Sorgen, dass du nicht genug trinkst, weil die Brust vor Milch so hart ist. Dann geht sie ins Bad, lässt etwas Milch ab, und du kannst saugen und nuckeln.

 

16.20 Uhr: Wir sind wieder mit dir spazieren gegangen, waren bei U. und R. Es ist recht kühl, aber sonnig.

 

22.15 Uhr: Du schläfst. Wir warten darauf, dass du aufwachst, schreist, gestillt werden willst, um dann gewickelt zu werden. Aber du denkst gar nicht daran, aufzuwachen. Ich bin müde, ich will ins Bett.

 

Müdigkeit

 

ist

 

immer,

 

Stunde für

 

Stunde.

 

Heute Morgen bin ich nach Wittdün zum Einkaufen gefahren, zur Sparkasse, zu Schlecker. Es war schon 11.15 Uhr, als ich wieder zuhause war. Deine Großeltern aus E. riefen an. Wie wunderbar das doch alles sei. Ja, alle freuen sich über dich. Um halb eins kam die Hebamme und blieb eine Stunde. Um kurz vor fünf habe ich mich mit dir hingelegt, in den Ikea-Sessel. Du bist auf meiner Brust eingeschlafen. Und ich bin auch eingeschlafen. Am frühen Abend kamen die Mitbewohner des Hauses und besuchten dich. Aber du schliefest. Dein kleines Gesichtchen auf meiner Brust. Dein Ohr, das meinem Herzschlag lauscht.

 

Dein Köpfchen

 

liegt

 

auf meiner

 

Brust

 

Du hörst

 

mein Herz schlagen.

 

Ich lausche

 

deinem

 

Atmen,

 

schaue hinab

 

auf dein

 

schönes

 

Gesicht.

 

Von 18.15 bis 19.15 habe ich trainiert. Danach mit Mama gegessen, ohne dass du schriest. Deine Oma aus Erkner rief an. Ich habe noch versucht, mich auf einen Text zu konzentrieren. Erfolglos. Zu müde.

 

 

Samstag, 10. Oktober 2009 - Danke!

 

9.25 Uhr: Hallo, mein Schatz! Heute ist dein 11. Lebenstag in dieser Welt. Aus ganzem Herzen und mit ganzer Liebe und immer wieder: Willkommen!

 

 

 

Dein kleines

 

Herz

 

schlägt

 

unter

 

den Fingern

 

meiner Hand.

 

Dein winziger Brustkorb

 

hebt sich

 

senkt sich

 

Schräg scheint

 

die Sonne

 

durch

 

das Küchenfenster

 

die

 

rosafarbenen Rosen

 

leuchten.

 

Mit vollen

 

grüngelben

 

Segeln

 

fährt

 

der Katamaran

 

ins Licht.

 

Bananen

 

reifen.

 

Der Wind

 

zerzaust

 

den Qualm

 

der aus

 

dem

 

Schornstein

 

quillt.

 

 

Montag, 12. Oktober 2009 - Danke!

 

6.00 Uhr:

 

Mit Sorge

 

betrachte

 

ich Mama

 

die weint

 

weil du

 

auf ihren Brüsten

 

liegend

 

schreist

 

obwohl du

 

nur Hunger

 

hast

 

Sie weint

 

weil

 

du

 

als sie

 

Sah ein Knab

 

ein Röslein

 

stehn

 

singt

 

nicht

 

einschläfst

 

Müde

 

ist sie

 

deine Mama

 

braucht

 

neue Kraft

 

braucht

 

deine Kraft

 

Sie liebt

 

dich

 

so sehr!

 

Sie liebt

 

dich

 

so sehr!

 

 

 

Hallo, mein lieber Schatz! Heute ist dein 13. Lebenstag. Du hast dicke Backen bekommen. Antje will dich am Freitag wiegen und schauen, ob du schon die 4-Kilogramm-Grenze erreichst. Gestern, am Sonntag, habe ich dich gezeichnet. Du hast geschlafen, in unserem Bett. Die Zeichnung ist nicht so gut geworden. Ich habe schon ewig nicht mehr gemalt oder gezeichnet. Aber egal, ich wollte mich mit deinem lieben Gesicht auseinandersetzen. Am Abend gab es eine Krise. Mama fing an zu weinen, weil du nicht auf ihrer Brust liegen wolltest. Sie war richtig fertig. Das hat mir etwas Sorge bereitet. Heute ist es aber schon wieder anders. Ich habe wenig geschlafen letzte Nacht. Erst um Mitternacht bin ich eingeschlafen. Aber um halb eins, um drei, um fünf wurdest du wach. Um halb sechs bin ich aufgestanden. Heute habe ich wieder am Roman geschrieben. Ich will ja Geld verdienen. Spazieren gegangen sind wir auch wieder. Es war sehr kühl heute, aber ich glaube, du magst diese Spaziergänge. Mama war heute mal bei K. für eine Stunde. Das ist gut, dass sie sich diese Zeit nimmt.

 

 

 

 

Mittwoch, 14. Oktober 2009 - Danke!

 

14.15 Uhr: Mein lieber Schatz! Gestern war es ein wenig anstrengend für dich, oder? Mittags sind wir spazieren gegangen, Richtung Wittdün, am Watt entlang. Übers Feld, an der Schule vorbei, dann wieder zurück. Aber dann sind wir noch mit dem Auto nach Wittdün gefahren, um dir eine Jacke zu kaufen. Wir setzten dich in den Babysitz und fuhren los. 50 Euro für eine winzige Jacke.

 

22.00 Uhr: Heute Morgen hast du eineinhalb Stunden auf meiner Brust geschlafen. Und ich, ich bin ebenfalls eingeschlafen.

 

 

 

Zwei

 

sind wir

 

zwei

 

eins

 

sind wir

 

eins

 

Du schläfst

 

auf meiner

 

Brust

 

dein Köpfchen

 

zur Seite gedreht

 

dein Stupsnäschen

 

saugt

 

die Luft

 

ein

 

Du hörst

 

mein Herz

 

schlagen

 

spürst

 

die Wärme

 

meines Körpers

 

ich spüre

 

deinen Atem

 

deine

 

Bewegungen

 

sehe deine

 

winzigen

 

Hände

 

an meinem

 

Körper

 

spüre deine

 

Beine

 

zwei

 

sind

 

wir

 

zwei

 

eins

 

wir sind

 

eins

 

Auf dem

 

Kopf

 

das weiße

 

Mützchen

 

ein

 

gelber Body

 

voller Herzen

 

ein Strampler

 

darauf das Motiv:

 

Pinguin

 

an deinen

 

Füßchen

 

trägst du

 

winzige Strümpfchen

 

zwei sind

 

wir

 

zwei

 

eins sind

 

wir

 

eins.

 

 

 

Mama hat dich gestillt, dann sind wir wieder spazieren gegangen, Waasterstigh hoch bis zur Inselstraße, in Richtung Wald. Zurück durch den Tanwai, dann – na, wie heißt noch die Straße, die ich schon unzählige Male gegangen bin? An deinem 15. Lebenstag schien die Sonne, aber es wehte ein kalter Wind. Du bist einmal aufgewacht und hast geschrien, aber dann bist du durch das Schaukeln des Kinderwagens wieder eingeschlafen. Du hast deine neue Jacke getragen. Sie steht dir gut. Du sahst wieder aus wie eine kleine Prinzessin. Am Nachmittag war ich eine Stunde fort, habe Karate trainiert in Wittdün. Mama hat geschlafen, als ich wiederkam. Sie sah müde aus. Am Morgen hat sie geweint. Das hat mir leid getan. Ich will nicht, dass sie weint. Ich will, dass sie glücklich ist. Aber mit dem Glück, mein Schatz, ist es eine schwierige Sache manchmal.

 

Am Nachmittag habe ich dich beim Aufwachen beobachtet. Dein Minenspiel ist beeindruckend, wirklich. Du rekelst dich, verziehst das Gesicht, öffnest die Augen … nein, doch noch nicht. Am schönsten war es am Abend nach dem Umziehen. Da habe ich dich noch lange auf dem Arm gehalten. Du hast so tolle Augen! Du hast mich so intensiv angeschaut! Das war sehr, sehr schön!

 

 

 

 

Donnerstag, 15. Oktober 2009 - Danke!

 

10.00 Uhr: Wir sitzen in der Küche. Du liegst auf meiner Brust und schläfst. Auf dem Tisch stehen Gläser, Tassen, ein Topf, Dinge, die ich noch nicht weggeräumt habe. Die Sonne scheint schräg durch die Doppelglasfenster.

 

22.30 Uhr: Wir haben gewartet, dass du aufwachst, um dich für die Nacht umkleiden zu können. Aber du schläfst und schläfst und schläfst. Ich habe eine Stunde lang neben dir gelegen und dein Minenspiel beobachtet. Wie du plötzlich im Traum zusammenzuckst, wie sich deine Händchen bewegen. Jeder Finger einzeln. Manchmal scheint es so, als formtest du ein Mudra. Als du anfangen wolltest zu schreien, habe ich dich sanft zwischen den Augenbrauen gestreichelt, da bist du wieder eingeschlafen.

 

 

Freitag, 16. Oktober 2009 - Danke!

 

Vorbei

 

schon wieder

 

ein Tag vorbei

 

an dem ich dich anzog

 

für den Tag

 

dich wickelte

 

dich hielt

 

in meinen Armen

 

an dem ich mit

 

dir spazieren ging

 

dich badete

 

an dem

 

ich über

 

deinen Schlaf wachte

 

dir den

 

Schnuller

 

in den Mund steckte

 

an dem ich neben

 

dir lag und

 

dich im

 

Schlaf beobachtete

 

an dem ich

 

dich anzog

 

für die Nacht

 

und dich

 

ins Bettchen legte

 

an dem ich

 

deinem Atem lauschte

 

deinem Schreien

 

dein Mund

 

an Mamas Brust

 

vorbei, vorbei

 

dieser

 

gnadenreiche Tag

 

der uns geschenkt

 

Vorbei die

 

Minuten, in

 

denen ich dich hielt

 

und du mir

 

in die Augen

 

schautest

 

so intensiv

 

und stark

 

an dem du

 

dein Köpfchen

 

an meine

 

Brust schmiegtest

 

ich hinabschaute

 

auf dein Näschen

 

die Stirn

 

die kleinen Finger

 

Vorbei der Tag

 

an dem wir

 

immer wieder aufstanden

 

vom Frühstück

 

um nach dir

 

zu schauen.

 

Vorbei …

 

Es tut weh,

 

dieses Vorbei …

 

Vorbei die Minuten

 

in denen dein

 

Köpfchen

 

in meiner Hand

 

ruhte und du

 

in der Babywanne

 

lagst

 

Vorbei

 

 

Samstag, 17. Oktober 2009 - Danke!

 

Gestern war Antje hier und hat dich gewogen. 4,23 Kilogramm hast du auf die Waage gebracht. Von 3,6 am vorvergangenen Montag auf 4,23 ist schon ordentlich. Mittags sind wir spazieren gegangen, aber es war so windig, dass wir nicht weit gekommen sind. Am Mittag ist Mama nach Wittdün gefahren. Wir beiden haben nebeneinander gelegen und geschlafen. Ja, ich habe auch geschlafen. Du hast meinen Finger gehalten und ihn die ganze Zeit über nicht losgelassen. Das war ein schönes Erlebnis. Am Nachmittag bin ich gelaufen, habe gekocht. Crepes mit Champignons. Sehr lecker. Gegen zehn Uhr ins Bett. Um halb eins wurdest du wach. Ich habe dich gewindelt. Du hast wieder die Windelauflage vollgemacht und draufgepieselt. Um vier Uhr hattest du Hunger. Und um halb sieben. Ich habe nicht gut geschlafen, weil du, nachdem ich dich um eins gewindelt habe, nicht mehr einschlafen wolltest.

 

Heute sind wir schon am Morgen spazieren gegangen. Es war sonnig, aber kalt. Ein schneidender Wind. Gegen eins waren wir wieder hier. Ich habe an meinem Text gearbeitet bis gegen sechs. Du warst heute etwas unzufrieden. Hast viel geschrien. Magenprobleme? Mama hat dich um halb acht ins Bett gebracht. Jetzt ist es zehn, und du schläfst. Bis zwölf? Halb eins? Wir lassen uns überraschen.

 

Das ist dein 18. Lebenstag. Ach ja, wir haben versucht, dich an ein Seidenpüppchen zu gewöhnen. Aber du hast ziemlich angewidert das Gesicht verzogen, als du den Stoff in den Mund genommen hast. Der Schnuller ist dir lieber. Ich glaube nicht, dass wir dich noch umgewöhnen können.

 

 

 

 

Sonntag, 18. Oktober 2009 - Danke!

 

Heute waren wir mit dir am Meer. Wir sind bei strahlend schönen Sonnenschein an den Nebeler-Strand gefahren, dann mit dem Kinderwagen durch den Sand. Das ging ganz gut mit den großen Reifen. Du hast die ganze Zeit über geschlafen. Wir haben dir heute zum ersten Mal D-Fluoretten 500/E gegeben, um einen Vitamin-D-Mangel vorzubeugen. Ich halte nichts davon, glaube nicht, dass du Rachitis bekommst, denn wir gehen Tag für Tag mit dir spazieren, Licht bekommst du ausreichend.

 

 

 

Vorbei

 

die Augenblicke

 

als du schriest

 

weil dich

 

das Anziehen

 

störte

 

 

 

Du lebst jetzt am 17. Tag in unserer Welt, mein Schatz! Willkommen in Liebe und Freude Tag für Tag!

 

Vorbei

 

die süßen Augenblicke

 

im Kinderzimmer

 

weiße Mütze

 

blaue Jacke

 

wie eine Prinzessin

 

schautest du

 

aus

 

Vorbei

 

das Schauen durch

 

das Fenster

 

im Kinderwagen

 

hinauf in

 

den Himmel

 

Vorbei

 

die Stunde

 

in der Mama

 

allein

 

einkaufen war

 

Vorbei

 

als ich

 

in „Babypflege“

 

nach dem richtigen

 

Handgriff schaute

 

Alles

 

viel zu schnell

 

vorbei

 

dein Lachen

 

dein Weinen

 

dein Schreien

 

Mamas Gesang

 

die dich auf

 

ihren Oberschenkeln

 

bettet

 

ihre lieben

 

fürsorglichen Worte

 

der Liebe

 

die Blicke

 

die ihr austauscht

 

ihre Freude

 

über dich

 

ihre Tränen

 

Vorbei

 

der Tag

 

an dem wir

 

beide schauten

 

in dein liebes

 

Gesichtchen

 

an dem ich dich die

 

Treppe

 

hinuntertrug

 

zum Kinderwagen

 

als wir prüften

 

aus welcher Richtung

 

der Wind kam

 

dich zu schützen

 

als ich dein

 

Gesichtchen

 

einrieb

 

mit Wettercreme

 

an dem mein

 

Herz so

 

voller Freude

 

war über

 

dich

 

mein Schatz

 

an dem ich

 

meinen Finger

 

in dein Händchen

 

legte

 

und du ihn

 

umschlossest

 

als du dich

 

unter der Wärmelampe

 

wohlig rekeltest

 

an dem sich

 

dein Mützchen

 

verschob

 

dein Schnuller

 

aus dem Mund fiel

 

Wie kann es sein –

 

dieses Vorbei?

 

 

 

 

 

Montag, 19. Oktober 2009 - Danke!

 

Sonntag

 

mit dir am Strand

 

Wolkenabenteuer

 

Mit knirschenden

 

Rädern

 

durch den Sand

 

geschoben, gezogen

 

dein Schlafgemach

 

weißes Mützchen

 

blaues Jäckchen

 

was für ein

 

liebes, liebes Gesicht!

 

Du

 

Durch den Wald am

 

Rand der Straße

 

Am Nachmittag

 

lag ich neben

 

dir

 

beobachtete dein

 

Minenspiel

 

dieses unablässige

 

Wogen in deinem

 

Gesicht

 

bis du fielst

 

in tiefen, tiefen

 

Schlaf

 

Ich putzte

 

spielte Gitarre

 

saß auf dem

 

Kissen

 

während Mama

 

dich versorgte

 

für die Nacht

 

Dann lagst du

 

in dem Bettchen

 

und starrtest

 

auf die hellrote

 

Decke

 

ohne Unterlass

 

Den Schnuller in

 

deinem Mund

 

bist du eingeschlafen

 

Was sahen

 

deine Augen?

 

 

 

Heute sind wir wieder mit dir spazieren gegangen. Bis nach Süddorf, über die Schule und durch den Ort zurück. Du hast wieder die ganze Zeit geschlafen. Aber als ich dich durch das Treppenhaus trug, hast du die Augen aufgeschlagen. Ich bin nach Wittdün gefahren und habe neue Schnuller für dich besorgt, solche, die nicht mit BPA belastet sind. Außerdem habe ich die Tabletten gekauft, die Vitamin D enthalten und kein Fluor. Wir wissen nicht so recht, warum wir dir Fluor-Tabletten geben sollen, obwohl du noch keine Zähne hast. Außerdem fragen wir uns, gegen was wir dich impfen lassen sollen. Alle Impfungen scheinen uns zu viel, einige überflüssig. Am nächsten Dienstag ist die nächste Untersuchung in der Satteldüne.

 

Du warst heute tagsüber ziemlich quengelig. Mama musste dich sehr oft stillen. Um sieben haben wir dich ins Bett gebracht. Aber du schläfst erst seit einer halben Stunde. Zuvor bist du immer wieder aufgewacht und hast geschrien, wenn dir der Schnuller aus dem Mund gefallen ist.

 

 

 

 

Mittwoch, 21. Oktober 2009 – Danke!

 

Gestern warst du besser drauf als am Tag zuvor. Wir sind spazieren gegangen. Über den Wirtschaftsweg nach Norddorf und zurück. Sonnig, kühl und windig war es. Am Abend habe ich wieder mit dir im Sessel gesessen. Du hast geschlafen, mein liebes Kind. Die Nacht war kurz. Um halb eins habe ich dich gewickelt. Obwohl ich hellwach war, habe ich mich doch wieder hingelegt. Du konntest nicht einschlafen. Um vier fordertest du das nächste Mal etwas zu essen, dann wieder um halb sieben, aber da war ich schon eine Stunde lang auf. Du schläfst jetzt mit Seidenpüppchen. Das ist ein Stück Seidenstoff, gelb, mit Kamille eingefärbt, an dem Knötchen sind und ein dicker „Kopf“. Du nimmst das Püppchen in den Mund und nuckelst daran. Besser als die BPA-verseuchten Nuckel, obwohl wir ja neue gekauft haben.

 

 

 

 

Donnerstag, 22. Oktober 2009 – Danke!

 

Heute Nacht sind wir erst um drei Uhr aufgewacht. Wir waren überrascht, denn eigentlich wirst du das erste Mal gegen halb eins wach. Aber fünf Stunden durchschlafen – nun, das war auch nicht schlecht. Heute Morgen, als ich dich angezogen habe, hast du ziemlich randaliert. Spazieren gegangen sind wir auch wieder. Heute durch den Wald. Es war bedeckt und sehr windig. Am Nachmittag ist Mama nach Wittdün zum Einkaufen gefahren. Ich saß im Sessel, du lagst auf meiner Brust und hast geschlafen. Ich bin auch eingenickt. Du isst sehr viel. Manchmal beide Brüste Mamas, d. h., natürlich nicht die Brüste, sondern die Milch. Abends bist du immer etwas quengelig.

 

Samstag, 24. Oktober 2009 – Danke!

 

Gestern war Antje da und hat dich gewogen. Du wiegst nun 4560 g. Das ist gut. Mama hat wieder versucht, dich im Sitzen zu stillen. Das klappt schon ganz gut, aber wenn es noch besser würde, wäre es recht, denn wir wollen mit dir nach Föhr. Das heißt, wir sind den ganzen Tag unterwegs, und da brauchst du etwas zu essen, resp. zu trinken.

 

Spaziergang Richtung Wittdün. Feldweg. Schule. Nasskalt. Du hast eine Zeit lang interessiert geschaut durch das „Fenster“ im oberen Teil der Wagenabdeckung, dann bist du eingeschlafen. Ich bin am Abend gelaufen, danach habe ich gekocht. Wir konnten essen, ohne dass du aufgewacht bist. Mama hat sich in der Nacht um dich gekümmert. Heute Morgen hat meine Cousine angerufen, M., die Tochter des Bruders meiner Mutter.

 

 

 

 

 

Sonntag, 25. Oktober 2009 – Danke!

 

Gestern bin ich mit dir zum ersten Mal allein spazieren gegangen. Es war wunderschönes Wetter, naja, etwas bedeckt, aber windstill. Du hast oft gelächelt. Es hat mir so große Freude gemacht, mein liebes Kind! Ich liebe dich! Am Nachmittag hast du geschlafen.

 

Am Vormittag ist Mama nach Wittdün gefahren. Du hast auf meiner Brust gelegen, dann auf meinen Oberschenkeln, schließlich habe ich dich ins Bett gebracht.

 

Dein Atmen

 

am Abend

 

wenn du in

 

deinem Bettchen

 

liegst

 

Schnuller im

 

Mund

 

das Seidenpüppchen

 

über deinem

 

Gesicht

 

fällt der Schnuller

 

aus dem

 

Mund

 

fängst du an

 

zu schreien

 

Papa kommt

 

Tatütata die

 

Schnullerpolizei

 

ist da

 

die findet den

 

verloren gegangenen

 

Schnuller

 

auch von Anna Luisa

 

ich stecke ihn

 

dir wieder in

 

den Mund

 

bis zum

 

nächsten

 

Einsatz

 

 

 

Zwölf Uhr nachts

 

gibt Mama

 

dir die

 

Brust

 

ich ziehe T-Shirt und Hose an

 

warte auf

 

dem Boden

 

müde

 

dann nehme

 

ich dich

 

deinen lieben

 

im weißen

 

Schlafsäckchen

 

ruhenden Körper

 

nehme dich

 

und trage dich

 

die Linke unter dem

 

Kopf, die Rechte

 

unter dem Popo

 

zum Wickeltisch

 

müde bist auch

 

du

 

du rekelst dich

 

streckst dich

 

die Windel

 

voll?

 

die Windel

 

leer?

 

Geschrei?

 

Ruhe?

 

oft

 

entleerst du

 

dich drei,

 

vier Mal

 

hintereinander

 

und zum

 

Abschluss

 

entleerst du

 

deine Blase

 

nachts um

 

halb eins,

 

geduldig

 

wasche ich dir

 

immer wieder

 

den Popo

 

geduldig

 

trockne ich

 

dich ab

 

geduldig betupfe

 

ich den Po

 

mit Olivenöl

 

aus Kreta

 

geduldig

 

windele ich dich

 

küsse dich

 

auf die Stirn

 

mit großen, großen

 

Augen schaust

 

du mich an

 

 

 

Dann ziehe

 

ich den Reisverschluss

 

des Schlafsackes

 

wieder zu

 

setze dein Mützchen

 

auf

 

hebe dich

 

dein Köpfchen

 

fällt auf meine

 

Brust

 

müde bist du

 

müde bin ich

 

Ich liebe dich

 

liebe Anna

 

Anna Luisa

 

Anna Luisa Tigges

 

meine Tochter!

 

Ich trage dich zurück

 

in dein Bettchen

 

Lege behutsam

 

dein Köpfchen

 

ab

 

lege mich

 

neben das Bett

 

schaue dich

 

an, schaue

 

dich an, schaue

 

dich an …

 

Du, mein

 

liebes Kind

 

Dann lösche ich

 

das Licht

 

und krieche

 

zurück ins

 

Bett

 

deinem Atem

 

lauschend

 

deinem sanften

 

Schnarchen

 

deinem aufgeregten

 

Stöhnen

 

wenn der Schnuller

 

herausgefallen ist

 

ich stehe wieder auf

 

knie neben dem

 

Bettchen

 

die Lider

 

werden schwer

 

fallen zu

 

die Ärmchen

 

entspannen sich

 

fallen links

 

und rechts

 

zur Seite

 

dein Köpfchen

 

auf eine

 

Seite gedreht

 

nun schlafe auch

 

ich

 

gleich

 

in drei, vier

 

Stunden

 

weckt uns

 

dein Geschrei:

 

Hunger!

 

dann liegst

 

du wieder

 

an Mamas

 

Brust

 

deine Lippen

 

an ihren Brustwarzen

 

saugst du

 

und saugst

 

 

 

Ein Lob der

 

Mama

 

die Tag für

 

Tag sich um

 

dich kümmert

 

dich nährt

 

mit ihrer Milch

 

dir Essen gibt

 

sie allein

 

mit dem

 

was ihr Körper

 

erschafft

 

die dich

 

windelt

 

die dich

 

voll Liebe anschaut

 

und lächelt

 

die dich

 

auf ihren Bauch

 

legt

 

dir Lieder

 

singt

 

die mit dir

 

spricht

 

die alles

 

alles tut

 

damit es

 

dir gut geht

 

Ein Lob

 

der Mama

 

die sich

 

nicht

 

sattsehen

 

kann an

 

dir

 

die geduldig ist

 

auch wenn

 

du schreist

 

deren liebende

 

Hände

 

dein Köpfchen

 

berühren

 

die dich wäscht

 

dir den Popo

 

reinigt mit

 

Olivenöl

 

die Liebe ist

 

die einfach Liebe

 

ist.

 

Ein Lob der

 

Mama, in deren

 

Leib du

 

herangewachsen bist

 

die dich geboren

 

unter Schmerzen

 

ein Lob der Mama, die

 

dich getragen

 

neun Monate

 

lang und

 

umsorgt

 

und behütet

 

Ein Lob

 

der Mama,

 

für die du

 

das größte

 

Geschenk

 

bist

 

so wie sie

 

für dich das

 

größte

 

Geschenk

 

ist

 

die

 

Nacht für Nacht

 

deinem

 

Atem lauscht

 

Ein Lob

 

der Mama

 

die mit

 

Zärtlichkeit und

 

Liebe

 

dich nährt

 

Ein Lob

 

der Mama

 

deren Liebe für dich

 

keinen Anfang hat

 

und kein

 

Ende

 

ein Lob

 

der Mama

 

die dich Tag

 

für Tag

 

mit dem

 

Kinderwagen

 

spazieren fährt

 

die achtgibt

 

dass du warm

 

angezogen bist

 

darauf

 

woher der Wind

 

weht

 

die immer wieder

 

schaut, ob

 

dein Mützchen

 

sitzt

 

die will

 

dass es dir

 

wohlergeht

 

ein ganzes Leben

 

lang

 

 

 

Am Abend

 

aber

 

leuchten

 

die herbstlichen Sterne

 

in meinem

 

Herzen

 

 

 

Dienstag, 27. Oktober 2009 – Danke!

 

Morgens

 

um halb

 

sieben

 

ruht dein

 

kleines

 

Köpfchen

 

an meiner

 

Brust

 

meine Hand

 

über deinem

 

Köpfchen

 

spürt

 

deine Wärme

 

 

 

Gestern am

 

Abend

 

sang ich

 

Lalelu

 

immer wieder

 

bis deine Lider

 

schwer wurden

 

und

 

du

 

einschliefest

 

Draußen sein mit dir. Im Kinderwagen, eingemummelt, zugedeckt. Satteldüne, Süddorf, Schule. Es war windig, regnerisch, aber nicht kalt. Du warst wach, schautest durch das Guck-Viereck hinauf in den Himmel. Mein liebes Kind!!!

 

Du lebst jetzt seit vier Wochen in dieser Welt! Seit vier Wochen! Es ist kaum zu glauben!

 

Heute waren wir wieder in der Satteldüne zur U-2-Untersuchung. Deine Hüften wurden ultraschalluntersucht. Alles in Ordnung.

 

 

 

 

 

Donnerstag, 29. Oktober 2009, Danke!

 

Liegst in

 

deinem Bettchen

 

rosafarbene Decke

 

aus den USA

 

reckst dich

 

streckst dich

 

in dem Schlafsack

 

dann

 

wieder entspannt

 

das Gesicht

 

die Hand

 

links und

 

rechts über

 

deinem Kopf

 

 

 

Gestern

 

gestern …

 

hast du

 

wieder auf

 

meiner Brust

 

geschlafen

 

tief

 

und fest

 

voll Vertrauen.

 

So kostbar

 

dieser Augenblick!

 

so überaus

 

kostbar!

 

 

 

Am Abend

 

fandest

 

du nicht

 

in den Schlaf

 

ich habe

 

dich hochgehoben

 

Lalilu gesungen

 

minutenlang

 

bis dein

 

Köpfchen schwer

 

wurde

 

 

Samstag, 31. Oktober 2009 - Danke!

 

Du liegst in deinem Bett und schaust hinauf in den Himmel, der voller Bärchen und Sternchen ist. Es ist 23 Uhr. Du bist nicht müde, guckst auf die Bärchen und Sternchen. Der Schnuller fällt dir aus dem Mund. Du hältst das Seidenpüppchen in Händen und schaust aus großen Augen in die Welt. Du hast von halb sieben bis zehn Uhr geschlafen. Aber jetzt bist du wach. Heute habe ich gedacht: Wie schnell die Zeit doch vergeht. Ich stand vor der Wickelkommode, auf der du immer liegst und wusste: Irgendwann wird sie abgebaut, weil du sie nicht mehr brauchst, weil deine Säuglingszeit vorbei ist. Irgendwann wird uns dein Schreien in der Nacht nicht mehr wecken. Irgendwann … Das hat mich sehr, sehr traurig gemacht. Ich liebe dich, mein liebes Kind! Ich liebe dich!

 

Ich liebe

 

dein kleines

 

Gesichtchen

 

Ich liebe

 

deine Suche

 

nach Lauten

 

ich liebe

 

dein Strampeln

 

auf dem Wickeltisch

 

ich liebe es

 

wenn du dich

 

an mich kuschelst

 

ich liebe es

 

wenn du an

 

Mamas Brust

 

liegst und

 

gierig saugst

 

ich liebe

 

deine

 

Schlafgeräusche

 

und deine

 

Wachgeräusche

 

ich liebe es

 

wenn du mir

 

in die Augen

 

schaust

 

und an mir

 

vorbei

 

Ich liebe dich!

 

 

 

 

 

Sonntag, 1. November 2009 - Danke!

 

Die Tage

 

die Wochen

 

sie vergehen

 

so schnell

 

bald ist

 

die Wickelkommode

 

verschwunden

 

auf dem

 

ich dir

 

so oft

 

die Windel

 

wechselte

 

dich auszog

 

wieder anzog

 

den Schlafsack

 

für die

 

Nacht

 

die Windel

 

den Body

 

das Hemdchen

 

den Strampler

 

für den Tag

 

an dem ich dir

 

über dein

 

Gesichtchen

 

steichelte

 

die Wickelkommode

 

auf der

 

du strampelst

 

und gluckst

 

von der ich

 

dich aufhob

 

und sagte:

 

Papa nimmt

 

dich jetzt

 

in die Luft

 

den Strampler

 

am Rücken

 

herunterzog

 

und dich wieder

 

hinlegte

 

sagte:

 

Und jetzt fliegt

 

die Anna wieder

 

in die

 

Weeeelllttt …

 

Bald schon

 

werde ich

 

den Heizstrahler

 

nicht mehr

 

anknipsen

 

Bald schon

 

werde ich

 

mich darüber

 

grämen

 

nicht achtsam

 

genug gewesen

 

zu sein

 

vielleicht

 

nicht noch

 

genauer

 

hingeschaut

 

hingerochen

 

hingefühlt

 

hingehört

 

zu haben

 

Aber geht

 

das:

 

noch genauer?

 

 

Dienstag, 3. November 2009 - Danke!

 

Heute Abend hast du ordentlich gekotzt. Ich hatte dich gerade im Schlafsack, als es losging. Also alles wieder ausgezogen und in die Sachen, die du tagsüber anhattest. Jetzt schläfst du seit 20.00 Uhr. Es ist jetzt 23.30 Uhr. Mama war am Abend bei Bekannten. Ich habe schon gedacht, ich muss sie anrufen, weil du so viel erbrochen hast. Aber du hast geschlafen. Heute warst du mit Mama zur Wickelstunde bei Frau W. Zehn andere Babys waren da. Du wiegst jetzt 5200 Gramm und bist 37 Zentimeter groß. Mama hat gesagt, du bist irgendwann eingeschlafen. Am Morgen sind wir spazieren gegangen. Übrigens haben wir letzte Woche dein Kinderbett umgestellt. Es steht jetzt neben unserem Bett, aber längsseitig.

 

 

 

Freitag, 6. November 2009 - Danke!

 

10.00 Uhr:

 

Liegst

 

in deinem

 

Bettchen

 

und lachst

 

mich an!

 

Das größte

 

Geschenk!

 

 

Samstag, 7. November 2009 - Danke!

 

Heute Morgen hattest du Bauchweh. Ich habe meine Hand auf deinen Bauch gelegt, eine 3/4 Stunde lang. Es hat dir geholfen. Ich habe meine Hand ganz warm werden lassen. Liebe: über mein Kronen-Chakra in mein Herz, von dort weiter in meine Hand. Ich liebe dich, mein Kind! Ich liebe dich!

 

 

 

 

Sonntag, 8. November 2009 - Danke!

 

Heute Morgen hattest du wieder Bauchschmerzen. Wir haben dich zu uns ins Bett geholt, ich habe dir die Hand auf dein Bäuchlein gelegt, dann sind wir alle eingeschlafen. Bis zehn Uhr. Am Abend waren wir mit dir bei Mamas Mama und ihrem Mann im „Achterdeck“. Zum ersten Mal bist du in einem Restaurant gewesen. Du warst vollkommen still. Kein Schreien, kein Klagen. Erstaunlich. Hätte ich nicht gedacht.

 

 

Donnerstag, 12. November 2009 - Danke!

 

 

 

Dein kleiner

 

weißer

 

Schlafsack

 

die Ärmelchen

 

so winzig

 

wie ein

 

kleines

 

Mönchlein

 

siehst

 

du darin

 

aus wenn ich

 

das Oberteil

 

über deiner

 

Brust

 

falte

 

und mit den

 

Bändchen

 

verschließe

 

dein Köpfchen

 

schaut heraus

 

aus diesem Weiß

 

dann

 

der wärmende

 

Schlafsack

 

Bärchen

 

die Entchen

 

an der Leine

 

führen

 

oder Luftballons

 

Bärchen

 

die lächelnd

 

inmitten

 

von bunten

 

Ballons stehen

 

Entchen

 

Ich halte

 

den Schlafsack

 

an mein Gesicht

 

Du lebst

 

seit sechs Wochen

 

und zwei Tagen

 

in dieser

 

Welt.

 

 

 

Du sitzt

 

auf meinem

 

Schoß

 

dein Köpfchen

 

wackelt

 

links, wackelt

 

rechts

 

deine Arme

 

rudern

 

durch die Luft

 

deine Äuglein

 

schauen

 

schauen dem

 

Licht zu

 

Aufgeregt

 

bewegt sich

 

der Schnuller

 

in deinem

 

Mund

 

Besuch ist da

 

so viele Menschen

 

 

 

In der Nacht

 

wachst du

 

auf

 

schreist

 

Hunger hast

 

du

 

Mama steht

 

auf

 

hebt dich

 

vorsichtig

 

aus dem

 

Bettchen

 

legt dich

 

an ihre

 

Brust

 

du trinkst

 

dein Mund

 

die Brustwarze

 

fest

 

umschlossen

 

trinkst

 

während

 

Mama dich anschaut

 

Nacht für

 

Nacht

 

nährt sie

 

dich

 

Nacht für

 

Nacht kümmert

 

sie sich

 

um dich

 

dass du isst

 

wächst

 

gedeihst

 

Liebe

 

ist das

 

Mamas

 

große Liebe

 

für dich, mein

 

Schatz!

 

Ein

 

Meer aus

 

Liebe!

 

Uferlos

 

grenzenlos!

 

 

 

Samstag, 14. November 2009 - Danke!

 

Gestern waren wir mit dir auf Föhr. Das war das erste Mal, dass wir mit dir Amrum verlassen haben seit deiner Geburt. Es hat geregnet, fast den ganzen Tag. Um 9.16 Uhr sind wir mit dem Bus nach Wittdün gefahren. Zwei Frauen haben uns angesprochen, von denen die eine in Berlin lebt. Auf der Fähre sind wir mit dem Fahrstuhl in den Salon gefahren, haben dir Jacke und Mütze ausgezogen und dich im Kinderwagen gelassen. Du hast geschlafen. Auf Föhr sind wir zu Dr. Ranke gegangen. Deine Hörfähigkeit wurde getestet von einer Hebamme. Alles in Ordnung. Du warst zum ersten Mal wieder in dem Zimmer, in dem wir dich, winzig klein, am Tag nach deiner Geburt gewickelt haben. Wenn ich heute daran denke … Du warst so klein! Mama hat sich untersuchen lassen. Auch mit ihr ist alles o. k. Wir sind zur Bücherei gegangen. Tja, zunächst war Mama immer dort, als sie schwanger war, der Bauch dicker und dicker wurde, und jetzt schieben wir dich im Kinderwagen hinein. Von dort ging es zum Reformhaus und danach in einen Supermarkt. Danach sind wir in eine Café und haben uns gestärkt. Auch dort hast du geschlafen. Um 15 Uhr sind wir mit der Fähre zurück. Mitarbeiterinnen der AOK-Klinik waren dort. Dort gibt es wohl H1N1-Fälle. Das macht uns etwas Sorge. Als wir aussteigen wollten, mussten wir feststellen, dass der Regenschutz für den Kinderwagen fort war. Gestohlen. Was für eine Frechheit! Zum ersten Mal in acht Jahren, dass uns auf der Fähre etwas geklaut wurde. Das Schlimme war, dass wir im Bus neben dem Dieb und seiner Frau standen. Die waren in Wyk auch mit Kinderwagen auf die Fähre – aber dort noch ohne Regenschutz. Den hatten sie aber jetzt. Von uns. Aber wir konnten ihnen den Diebstahl nicht nachweisen, weil wir unseren Regenschutz nicht markiert hatten. Sie konnten mir nicht in die Augen schauen, obwohl ich sie ständig fixierte. Ich war sehr wütend, Mama auch, aber was sollten wir machen?! Du hingegen warst sehr ruhig die ganze Zeit.

 

 

 

 

 

Mittwoch, 18. November 2009, Danke!

 

Gestern

 

hast du

 

geschlafen in

 

deinem Bettchen

 

und ich schlief

 

auf dem Futon

 

müde

 

wir beide

 

müde

 

Am Abend

 

habe ich

 

den Futon

 

ausgezogen

 

dich

 

neben

 

mich

 

gelegt

 

dich angeschaut

 

schlafen

 

wolltest du

 

nicht

 

nur kurz

 

immer wieder

 

kein Schreien

 

kein Klagen

 

bis

 

der Hunger

 

kam

 

 

 

Sonntag, 22. November 2009 - Danke!

 

Du wächst, du nimmst an Gewicht zu. Du hast wache Augen. Du lachst. Ja, du lachst, und das ist wunderschön! Wenn du in deinem Bettchen liegst oder auf dem Wickeltisch, lachst du uns so herzlich an. Du wirst schwerer, d. h., es ist noch nicht wirklich schwer, dich aus dem Bettchen zu heben, aber es ist auch nicht mehr so leicht wie vor zwei oder drei Wochen. Am Dienstag bist du seit zwei Monaten in dieser Welt. Du versuchst, zu vokalisieren. Du liegst in deinem Bettchen, ich beuge mich über dich, du konzentrierst dich, öffnest den Mund und heraus kommt Wunderbares! Ein ganz hohes: Heh! oder Hoh! Eine Stimme, die nach Ausdruck sucht. Es ist toll, wirklich wundervoll, das zu erleben!

 

Wir gehen jeden Tag mit dir spazieren. Heute waren wir im Friesen-Café, aber nur kurz, weil du Hunger hattest und anfingst zu schreien. Also sind wir wieder nachhause. Am Abend haben wir dich auf den Bauch gelegt. Da hast du dein Köpfchen gehoben und ihn von der linken zur rechten Seite gedreht. Toll!

 

 

 

Dienstag, 24. November 2009 - Danke!

 

Du bist nun seit acht Wochen in dieser Welt, mein Engel! Seit acht Wochen! Heute Morgen lagest du in der Küche auf meinen Oberschenkeln. Ich hielt deinen Kopf mit der linken Hand – und dann hast du vokalisiert! „Auuh! Oohhh! Aaaa!“ Es war so schön, das zu erleben! Später bist du, immer noch in meinen Armen, in der Küche eingeschlafen. Dein Kopf lag auf meinem Arm. Ich liebe dich, mein Engel!

 

Heute hast du aus Echthausen eine wunderschöne Stickerei bekommen von D. H. Anna, steht ganz oben auf der Karte. Daneben das Geburtsdatum, Gewicht, die Größe. Ein Luftballon und eine Eisenbahn mit Bären, einer Maus. Sehr schön sieht das aus!

 

 

 

Mittwoch, 25. November 2009 - Danke!

 

Unablässig

 

kreisen deine

 

Arme

 

in wilder Ungeduld

 

unkontrolliert

 

noch die Bewegung

 

kein Ziel haben

 

deine Hände

 

so scheint es

 

deine Fäustchen

 

schlagen gegen

 

den Kopf

 

unablässig

 

deine Fingerchen

 

wie Mudras

 

du, mein

 

liebster Stern!

 

 

 

Der Wickeltisch

 

ist, so

 

scheint es

 

der liebste

 

Ort

 

du strampelst

 

lachst

 

verdrehst

 

deinen Körper

 

nach links

 

nach rechts

 

schaust

 

fasziniert zu

 

den Glöckchen

 

und Wölckchen

 

und Sternchen

 

zum Mond, der

 

auf einer Wolke

 

schläft

 

dein Köpfchen

 

dreht sich von

 

rechts

 

nach links von

 

links nach

 

rechts

 

nach links

 

du schaust mich an

 

lächelst

 

lachend

 

öffnet

 

sich dein

 

Mund und

 

du beginnst

 

zu vokalisieren

 

konzentriert

 

aus der Tiefe

 

des Rachens

 

klingt es: Ah! Uaah! Auo!

 

Du bist

 

fasziniert

 

von der eigenen

 

Stimme

 

und freust dich

 

daran

 

so wie ich

 

so wie wir

 

 

 

Beim Baden

 

ruht dein

 

Köpfchen

 

auf meinem

 

Unterarm

 

Deine Augen

 

groß

 

im

 

bekannten

 

unbekannten

 

Nass

 

ganz geheuer

 

ist dir das

 

nicht

 

dabei schwammst

 

du neun

 

Monate in

 

Mamas Bauch

 

die kleine

 

Wanne ist

 

fast zu

 

klein für

 

dich

 

Mama wäscht

 

dich,

 

ihre

 

zarten Hände

 

streichen über

 

deinen Körper

 

dein Bäuchlein schaut

 

aus dem Wasser

 

ich netze es

 

mit Wasser

 

dann

 

wenn du

 

genug hast

 

lege ich eine

 

Hand unter den

 

Po und trage dich

 

zur Wickelkommode

 

eingehüllt in

 

ein weiches, weißes

 

Tuch liegst

 

du da

 

Copyright 2019 Hubertus Tigges

Mehr lesen? Du - das erste Jahr ist als Taschenbuch bei epubli erschienen:

 

Du - das erste Jahr

Taschenbuch, 284 Seiten, 10,99 Euro

epubli GmbH, 13. Dezember 2018

ISBN: 9783746793221